Berli­ner Luft zum 60ten

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Wieder einmal fröh­lich-subver­sive Feier­laune im Gewölbe: Das Deut­sche Kabarett­archiv ist am Montag, den 25.10.2021 sechzig Jahre alt gewor­den. Gefei­ert wurde stil­echt mit Solei, Curry­wurst und Schrip­pen, Archiv­ge­schichte, musi­ka­li­schen Kaba­rett­klas­si­kern aus der Kehle von Jeanette Urzen­dow­sky, Berli­ner Witz und Erin­ne­run­gen an die Berli­ner Kaba­rett­bühne “Die Stachel­schweine”. Denn der Fest­abend im Provi­ant-Magazin stand ganz im Zeichen Berlins: der Nach­lass des „Stachelschweine“-Gründers Rolf Ulrich war in den Bestand des Archivs aufge­nom­men worden. Ulrichs Witwe, die Schau­spie­le­rin Andrea Brix, war deshalb auch extra zur Feier angereist.

Auf die Geschichte des Kabarett­archivs blickte der stell­ver­tre­tende Vorsit­zende der Stif­tung, Walter Schu­ma­cher zurück. Er würdigte die Verdienste Rein­hard Hippens (1942–2010), der das Archiv begrün­det und es mit aufop­fe­rungs­vol­ler Hingabe aufge­baut habe. Dr. Jürgen Klammer, zwar vom DDR-Kaba­rett geprägt, erzählte anschlie­ßend über die Entste­hung der Kaba­rett­bühne “Die Stachel­schweine”.  Aber in Ost-Berlin habe man auch immer verfolgt, was im West­teil der Stadt passierte, und die „Stachel­schweine“ um Rolf Ulrich hätten häufig im Osten vorbei­ge­schaut. Wolf­gang Gruner (1926–2002) sei auch oft mit von der Partie gewesen. Dazu präsen­tierte das Archiv­team auch eine kleine Ausstel­lung über das älteste lite­ra­ri­sche Kaba­rett Berlins und zweit­äl­teste Kaba­rett Deutsch­lands, die sich die Besu­cher gerne ansahen und die auch die nächs­ten Monate noch zu sehen ist.

Archiv­lei­te­rin Martina Keif­fen­heim mode­rierte launig durch den Abend und kündigte nach der Pause wasch­ech­tes Berli­ner Enter­tain­ment an: Chanson-Nette, am Piano beglei­tet von Herbert Götz. Von der Zeit­lo­sig­keit vieler Klas­si­ker des Kaba­retts zeugte ihre Perfor­mance, eine Zeit­reise ins Berlin der 1920er Jahre, wie immer quirlig und frech vorge­tra­gen. So beschwörte Chanson-Nette (Jeanette Urzen­dow­sky) unter anderem die Welt Claire Wald­offs und Hein­richs Zilles, welche rau, herz­lich und quick­le­ben­dig war.

Jubeln­der Beifall im Archiv für einen rundum gelun­ge­nen Abend mit viel Infor­ma­tion, Enter­tain­ment und Berli­ner Leckereien.

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