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Peter Pan alias Alfred Nathan (Buch)

„Lachen gegen Tod und Teufel“

Michael Schuster „Lachen gegen Tod und Teufel – Der Kabarettist Peter Pan“
Schuster Verlag Baalberge

16,90 

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Artikelnummer: 978-3-9818337-5-1 Kategorie: Schlagwort:

Beschreibung

Das Leben des Kaba­ret­tis­ten Alfred Nathan

Biogra­fie auch zu einer zeit­ge­schicht­li­chen Dokumentation 

Seine letzten Lebens­jahre verbrachte er in Bern­burg, immer noch rast- und ruhelos, fast jeden Monat unter­wegs auf den Bühnen der dama­li­gen DDR. Als Kaba­ret­tist mit dem Namen Peter Pan fühlte er sich wie die Fabel­fi­gur des engli­schen Dich­ters James Matthew Barrie dem Kampf gegen das Böse verpflich­tet. Dass ihm dabei nur das hölzerne Schwert des poli­ti­schen Kaba­retts zur Verfü­gung stand, war ihm bewusst und gerade deshalb führte er es mit großem Enga­ge­ment. Schon in den „golde­nen Zwan­zi­gern“ des vorigen Jahr­hun­derts hatte er sich in Berlin dem poli­ti­schen Kaba­rett ange­schlos­sen, lernte Erich Weinert, Paul Dessau, Ernst Busch und viele andere kennen, posi­tio­nierte sich gegen die aufkom­mende Nazi­dik­ta­tur, wurde verfolgt und floh 1933 schließ­lich nach Paris, wo er sich unver­dros­sen im dorti­gen Exil­ka­ba­rett „Die Laterne“ engagierte. 

In Deutsch­land per Erlass ausge­bür­gert, musste er, von den Fran­zo­sen immer noch als Deut­scher einge­stuft, 1939 den Weg in viele, über halb Frank­reich verstreute Inter­nie­rungs­la­ger antre­ten. Bis 1942 orga­ni­sierte er dort, vor allem auch im Lager Gurs, unver­dros­sen Lager-Kaba­rett, schenkte vielen tausend Inter­nier­ten Kraft durch wenige Stunden sati­ri­scher Ablen­kung, kämpfte um das Schick­sal seiner jüdi­schen Kame­ra­den und musste schließ­lich mit ansehen, wie die meisten von ihnen den deut­schen Faschis­ten ausge­lie­fert und in die Vernich­tungs­la­ger depor­tiert wurden. Selbst aus einer jüdi­schen Familie stam­mend, tauchte er in einer Arbeits­kom­pa­nie ehema­li­ger spani­scher Inter­bri­ga­dis­ten unter und floh Weih­nach­ten 1942 über die Pyre­näen nach Spanien, wo er bis 1957 unter dem Künst­ler­na­men Pierre Michel als fran­zö­si­scher Chan­so­nier seinen Lebens­un­ter­halt bestritt. Über die Bundes­re­pu­blik Deutsch­land gelang er mit Hilfe seines ehema­li­gen Lager­ka­me­ra­den Ernst Busch schließ­lich in die DDR.

Michael Schus­ter, Autor des Buches „Lachen gegen Tod und Teufel – Der Kaba­ret­tist Peter Pan“, ist den Spuren Alfred Nathans gefolgt, die sich in Archi­ven Frank­reichs, Spani­ens und der USA fanden, sprach mit Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und wertete den Nach­lass des Künst­lers aus. Dabei entstand das Bild einer inten­siv geleb­ten Biogra­fie, die ihre Anfänge im „Künst­ler Café“ des Roma­ni­schen Hauses in Berlin nahm, über die Bühne des „Chez elle“ in Paris, die Kultur­ba­ra­cke des Inter­nie­rungs­la­gers Camp Gurs bis in den edlen spani­schen Nacht­club „Pasa­poga“ reichte und sich schließ­lich auf den Bühnen der DDR voll­endete. Als Alfred Nathan, Pierre Michel und Peter Pan führte der Mann, dessen letzte Ruhe­stätte sich auf dem Fried­hof III in Bern­burg befin­det, ein bemer­kens­wer­tes Leben.

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